Der Feuerbrand - eine gefährliche Bakterienkrankheit 

Was ist Feuerbrand?


Befallener Birnentrieb:


Befallener Birnentrieb


Befallener Birnentrieb

Die Krankheit Feuerbrand wird durch ein Bakterium verursacht. Der Feuerbrand-Erreger (Erwinia amylovora) stammt ursprünglich aus Nordamerika. 1971 wurde der Erreger erstmals in Deutschland, in Schleswig-Holstein, nachgewiesen. Diese hochinfektiöse und nur schwer zu bekämpfende Krankheit befällt verschiedene Obst- Zier- und Wildgehölze. Für die Gesundheit des Menschen besteht aber durch diese Krankheit keine Gefahr.
Wichtig: Die Krankheit ist meldepflichtig, d.h. ihr Auftreten oder auch nur der Verdacht ist umgehend:

  • dem örtlichen Vorstand des Gartenbauvereins (siehe Vereine) oder

  • der Fachberatungsstelle für Gartenkultur und Landespflege, 
    Tel. 0861-58 385, Landratsamt Traunstein
    zu melden, die dann weitere Maßnahmen in die Wege leitet. 

Rechtsgrundlage ist eine spezielle Feuerbrand-Verordnung aus dem Jahre 1985
(letzte Änderung aus dem Jahre 1992)

 

Im Landkreis Traunstein wurde der Feuerbrand erstmals 1987 nachgewiesen. Durch konsequenten Rückschnitt bzw. Rodung der befallenen Bäume konnte damals eine weitere Verbreitung verhindert werden. Aufgrund der günstigen Witterung während der Blütezeit ist heuer der Befall durch Feuerbrand wieder verstärkt aufgetreten. In erster Linie sind Birn- und Apfelbäume befallen. 


Wie erkennt man Feuerbrand?


Befallener Apfeltrieb

Befallene Blüten und Blätter welken und verfärben sich dunkelbraun bis schwarz, sterben ab und trocknen ein. Die Pflanzen sehen dann wie verbrannt oder verdorrt aus. Typisch ist die zu Beginn auftretende Schwärzung der Haupt- und Nebenadern der Blätter und die später U-förmige bzw. krückstockartige Krümmung der Triebspitze. Unter feuchtwarmen Bedingungen treten aus den Befallsstellen milchig-weiße, später rotbraune bis gelbbraune Schleimtropfen (=Bakterienschleim) aus. Die befallenen Blätter, Blüten und jungen Früchte bleiben häufig bis in den Winter am Baum hängen. Betroffene Rindenpartien reißen häufig ein und sind rötlich oder braun verfärbt.

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Welche Pflanzen werden  befallen?

Befallener Quittenzweig
Befallener Quittenzweig: (Klick=Großbild)

Folgende Pflanzen und Gehölze sind sogen. Wirtspflanzen und werden
vom Feuerbrand-Erreger teilweise stark bis sehr stark befallen: 

  • Birnbäume

  • Apfelbäume

  • Quittenbäume

  • Weiß- und Rotdorn (Crataegus)

  • Feuerdorn

  • Mehlbeere (Sorbus)

  • Felsenmispel oder Zwergmispel (Cotoneaster)

  • Zierquitten (Chaenomeles


Welche Pflanzen
werden nicht befallen?

Nicht befallen werden:

  • Steinobst, z.B. Zwetschgen, Kirschen

  • Pfirsiche und Aprikosen

  • Beerenobst

  • Wal- und Haselnüsse

  • Nadelgehölze jeglicher Art

  • andere Laubgehölze

  • Rosen

  • Gemüse 

  • Stauden und Sommerblumen


Krankheitsverlauf
und Übertragung


Die Bakterien überdauern die Vegetationsruhe in erkrankten Rindenteilen betroffener Pflanzen. Von hier erfolgt im Frühjahr und Sommer die Verbreitung mittels Regentropfen, Wind, sowie saugenden und blütenbesuchenden Insekten, wie z.B. Bienen, Hummeln, Blattläuse und Fliegen. Auch Vögel sollen bei der Verbreitung eine Rolle spielen. In den meisten Befallsgebieten werden zuerst die Blüten befallen. Ideale Infektionsbedingungen herrschen während schwülwarmer Witterungs-perioden bei Temperaturen über 18 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchte von mehr als 70 %. Wichtige Eintrittspforten für den Erreger sind offene Blütenorgane und Wunden. 


Vorbeugung und Bekämpfung

Wichtig ist das rechtzeitige Erkennen und sofortige konsequente Entfernen befallener Pflanzenteile. Nur so besteht die Möglichkeit, einer massiven Befallsausbreitung vorzubeugen. Anfällige Pflanzenbestände sind daher während der Vegetationsperiode, besonders ab der Blüte und im Vorsommer, regelmäßig auf Befall zu kontrollieren. 


Bekämpfungsmaßnahmen

Stark befallene Pflanzen sind sofort zu roden und zu vernichten. Sind nur einzelne Triebe befallen, genügt ein kräftiger Rückschnitt bis weit (30 cm und mehr) in das gesunde Holz. 
Chemische Pflanzenschutzmittel sind zur direkten Bekämpfung nicht ausgewiesen. 
Wichtig: Schnittwerkzeuge (Säge, Schere u.a.) sofort nach Gebrauch mit z.B. 70%igem Alkohol, Spiritus (mind. 1 Minute) desinfizieren.


Entsorgung und
Vernichtung

Das von Feuerbrand befallene Material muss sofort vernichtet und entsorgt werden. 
Wichtig: Keinesfalls darf das befallene Material auf den Kompost, in den Grüngutcontainer oder auf den Häckselplatz. 
Für die Verbrennung sind folgende Punkte zu beachten:

  • Im Außenbereich kann das befallene Material sofort an Ort und Stelle verbrannt werden.

  • Im Siedlungsbereich sind kleinere Mengen über die Mülltonne zu entsorgen. Größere Mengen können nur nach vorheriger Anmeldung bei der Gemeindeverwaltung, an Ort und Stelle, auf geeigneten Plätzen, verbrannt werden. 

  • Stamm- und Astholz, bis ca. 10 cm Durchmesser, ist vollständig zu vernichten. 

  • Stamm- und Astholz mit einem Durchmesser über 10 cm kann entlaubt und anderweitig, z.B. zur Verarbeitung und zur Verfeuerung (Hausbrand) verwendet werden.


Weitere Information Weitere Hinweise zu Maßnahmen gegen den Feuerbrand erhalten Sie bei der Fachberatungsstelle für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt in Traunstein, Tel. 0861-58 385
oder bei den örtlichen Vorständen der Gartenbauvereine (siehe Vereine).  

Wenn Sie sich noch intensiver mit dem Thema Feuerbrand befassen wollen, dann schauen Sie doch in die Homepage: www.feuerbrand.de


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