Der Buchsbaumzünsler

Erstmals aufgetreten ist der aus Ostasien stammende Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) im Landkreis Traunstein etwa 2014 in Fridolfing. Seitdem breitet er sich im Osten des Landkreises fortwährend aus. Auch im Süden bei Übersee gibt es erste Exemplare.
Die Larven des nachtaktiven Falters fressen den Buchs von innen nach außen, erst die Blätter, dann die Rinde von den Zweigen. Sind Schäden außen sichtbar, ist es oft schon zu spät für eine Behandlung. Aktive Suche nach dem Schädling ist anzuraten. 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schadbild und Biologie
Die anfangs gelblichen, dann gelbgrünen Raupen mit schwarzen Strichen
und dunklem Kopf sind gut getarnt. Sie verstecken sich tief im Inneren der Sträucher und werden bis zu 5cm lang. Von außen ist ein Befall (zu) spät zu sehen. Anfangs fressen sie die Blätter unauffällig im Inneren des Buchs, später die Rinde von den Trieben, sodass einzelne Zweige absterben. Bei starkem Befall ist Kahlfraß möglich – der Buchs stirbt ab.
Die Raupen verpuppen sich in einem Gespinst und schlüpfen nach etwa 7 Tagen als nachtaktive Falter. Die Flügel sind weiß mit dunklem Rand (selten einfarbig braun) und haben eine Spannweite von etwa 4cm. Die Falter leben nur eine Woche, verstecken sich tagsüber in der Umgebung an anderen Pflanzen und legen ihre Eier bevorzugt an Buchs, der noch nicht befallen ist. Jedes Falterweibchen kann bis zu 150 Eier legen (in kleinen Paketen zu 20 Stück). Nach etwa 3 Tagen schlüpfen die Raupen.
Es treten bei uns 2-3 Generationen pro Jahr auf. Geschützt in einem Gespinst erfolgt die Überwinterung als Raupen, denen selbst tiefe Temperaturen wenig anhaben können. Mitte März/ Anfang April werden sie ab etwa 10°C aktiv. Je nach Temperatur dauert die Entwicklung 17 Tage (bei 30°C, im Sommer) bis 84 Tage (bei 15°C).
Die Ausbreitung erfolgt durch den Falterflug oder/und die Einschleppung durch den Zukauf/ Tausch von befallenem Buchs. 

Vorbeugende Maßnahmen
Der Buchsbaumzünsler frisst bei uns bislang ausschließlich an Buchs. Es gibt keine resistenten Buchs-Sorten! Auch die Standortwahl kann den Buchsbaumzünsler NICHT abhalten. Einen gewissen Vorteil könnten abgelegene Gärten bieten, da die Zuwanderung aus der Umgebung geringer ist. Ein verlässlicher Schutz ist das aber nicht.

Bekämpfung
Eine Bekämpfung macht nur dort Sinn, wo der Zünsler noch nicht flächendeckend vorkommt oder die Buchse mit viel Aufwand trotz Buchsbaumzünsler erhalten werden sollen. Andernfalls hilft nur die Rodung des Buchs und Austausch gegen andere Sträucher!

Ab Ende März regelmäßig im Inneren des Buchs nach Raupen suchen, dort sind sie zuerst zu finden. Die zweite Generation ist meist im Juli aktiv.
Bei leichtem Befall sind das konsequente Absammeln der Raupen oder das Absaugen mit einem Staubsauger möglich. Auch das Abspritzen mit einem Hochdruckreiniger und anschließendes Einsammeln der Raupen ist prinzipiell machbar.
Bei stärkerem Befall und gut wirksam ist der Einsatz von Bacillus thuringiensis-Produkten (= B.t.-Produkte) empfohlen. Die Raupen fressen den Wirkstoff, stellen innerhalb von 3 Tagen den Fraß ein und sterben ab. Selbst relativ große Raupen werden noch wirksam erfasst. Wichtig ist, den Buchs vollständig und besonders innen mit dem Mittel zu benetzen. Dafür ist ein hoher Druck der Sprühflasche nötig. Ideal ist trockenes Wetter bei bedecktem Himmel (Regen wäscht das Mittel ab). Es gibt verschiedene Produkte im Handel, z.B. Neudorff Xentari oder Bayer Universal-Raupenfrei Lizetan.
Achtung! Eine einmalige Spritzung im Jahr reicht nicht aus. Jede Generation an Raupen muss erneut bekämpft werden! Die Spritzung wirkt nicht vorbeugend! 

Ein kräftiger Rückschnitt regt den Buchs zum buschigen Wachstum an. Es muss weiterhin auf Raupen kontrolliert und bei Vorhandensein behandelt werden! 

Nur die Rodung hilft bei zu stark geschädigtem oder gar abgestorbenem Buchs. Am besten ist er vor Ort zu verbrennen. Kleinere Sträucher können auch in Müllsäcken dicht verpackt im Restmüll entsorgt werden. Der Wurzelstock muss nicht entfernt werden. 

Vögel fressen die Raupen im Buchs nur selten – leider keinesfalls in ausreichendem Maße. 

Alternativen zum Buchs
Es gibt Möglichkeiten, den Buchs im Garten zu ersetzen. Nachfolgend ein paar Beispiele:

- Immergrüne Heckenkirsche (Lonicera nitida-Sorten, zur Beeteinfassung und als kleinere Kugel, keine Ansprüche an den Boden, empfehlenswert!)

- Eibe (Taxus bacccata-Sorten, kleinwüchsige Sorten zur Beeteinfassung oder als kleine Kugel, starkwachsende Formen als große Kugeln und Kegel, empfehlenswert!, Nachteil: nadelartiges Laub)

- Spindelstrauch (Euonymus fortunei-Sorten, bekannt als Grabeinfassung in vielen Farben, zur Beeteinfassung, empfehlenswert!)

- Zwerg-Liguster (Ligustrum vulgare `Lodense´, zur Beeteinfassung und als Kugel, Nachteil: verliert im Winter das Laub)

- Japanische Stechhülse (Ilex crenata-Sorten, stachellos ist `Dark Green´, Nachteil: braucht humosen, sauren Boden, verträgt keinen festen Lehm)

Information
Wenn Sie weitere Fragen zum Buchsbaumzünsler haben, können Sie sich an den Kreisfachberater
Markus Breier im Landratsamt Traunstein wenden
unter Tel. 0861-58 385. 

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