Das Buchsbaum-Triebsterben

Erst seit einigen Jahren breitet sich in Deutschland - bei uns im Landkreis Traunstein seit 2006 -das Buchsbaum-Triebsterben aus. Der Pilz namens Cylindrocladium buxicola dringt über die Blätter in die
Pflanze ein und tötet sie mit der Zeit komplett ab.
In feuchtwarmen Sommern breitet sich der Erreger rasant aus: Die Blattoberfläche muss mindestens fünf Stunden lang ununterbrochen feucht sein - nur dann können die Pilzsporen die dicke Wachsschicht der immergrünen Blätter durchdringen und die Pflanze infizieren.
 

 

 

Symptome und Verlauf der Krankheit
Zunächst entstehen auf den Blättern dunkelbraune Flecken,
die schnell größer werden und zusammenfließen. Auf den Blattunterseiten bilden sich gleichzeitig zahlreiche kleine weiße Sporenlager. Diese sind neben den schwarzen Längsstreifen an den Trieben das sicherste Erkennungsmerkmal der Krankheit.

Vorbeugende Maßnahmen
Wichtig sind ein sonniger, luftiger Standort und eine ausgewogene Wasser- und Nährstoffversorgung. Gießen Sie die Buchsbäume immer von unten und niemals über die Blätter,
damit diese nicht unnötig feucht werden. An feuchtwarmen Sommertagen sollten Sie zudem auf einen Rückschnitt verzichten, denn die verletzten Blätter machen dem Pilz das Eindringen besonders leicht.

Auch die richtige Sortenwahl kann einem Befall vorbeugen: Als widerstandsfähig gelten alle stärker wachsenden Buchs-Sorten wie Buxus sempervirens 'Arborescens' und 'Elegantissima' sowie schwach wachsende Sorten des kleinblättrigen Buchsbaums (Buxus microphylla) wie 'Herrenhausen' und 'Faulkner'.

Sehr anfällig sind dagegen der beliebte Einfassungsbuchs (Buxus sempervirens 'Suffruticosa') sowie die Einfassungs-Sorte 'Blauer Heinz'. Geschnittene Pflanzen trocknen wegen ihres dichten Wuchses nicht so leicht ab und sind daher grundsätzlich anfälliger als ungeschnittene.

Bekämpfung
Bei leichtem Befall sollten Sie die betroffenen Sträucher sofort kräftig zurückschneiden, die Schere anschließend desinfizieren (z. B. mit Spiritus) und das Schnittgut mit dem Hausmüll entsorgen. Auch alle herab gefallenen Blätter müssen unbedingt aus dem Beet entfernt werden, da die Sporen selbst nach mehreren Jahren noch ansteckend sind.

Behandeln Sie die Pflanzen nach jedem Rückschnitt - auch nach dem normalen Formschnitt - umgehend mit einem Pilzbekämpfungsmittel (Fungizid). Präparate wie "Fungisan Rosen-Pilzfrei" (Neudorff), "Dithane NeoTec" (Spiess-Urania) sowie "Rosen-Pilzfrei Saprol" und "Pilzfrei Ectivo" (Celaflor) zeigen immerhin eine vorbeugende Wirkung.

Wenn Sie den neuen Austrieb mehrmals im Abstand von 10 bis 14 Tagen behandeln, können Sie die jungen Triebe vor einer erneuten Infektion schützen. Wichtig ist, die Präparate bei jeder Behandlung zu wechseln, um Resistenzen zu vermeiden.

Tipp: Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte andere immergrüne Sträucher mit buchsbaumähnlichem Aussehen pflanzen, zum Beispiel die Immergrüne Heckenkirsche (Lonicera nitida) oder die Sorten der Japanischen Hülse (Ilex crenata).

Information
Wenn Sie weitere Fragen zum Buchsbaumtriebsterben haben, dann können Sie sich auch an Kreisfachberater Georg Unterhauser im Landratsamt Traunstein, Tel. 0861-58 385, wenden.

     

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